Biographie von Christiane Laun:
1961 in Hamm geboren. Sie studierte von 1980 – 1987 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster Malerei. 1987 Meisterschülerin bei Professor Ulrich Erben. Lebt und arbeitet in Jülich.
„Bilder mit Streifen“ würde man zu den Gemälden von Christiane Laun zunächst sagen – und müsste sich sofort korrigieren. Der Begriff („Steifen“) grenzt sich ebenso ab und definiert unsere Vorstellung, wie eine Figur als Form sich vom Hintergrund abhebt. Zahlreiche Maler haben zwar den Streifen als besonders offene „Form“ eingesetzt. Dennoch behielt der Streifen auch bei ihnen etwas mehr oder weniger Abgegrenztes und damit Figurhaftes, was sich jeweils in den Blick drängte – wenn auch oft in wechselnden Akzentuierungen – und somit einen Hintergrund erzeugte. Bei Christiane Launs Malerei greift der Begriff „Streifen“ nicht. Es gibt nichts, was in den Hintergrund gedrängt würde. Die horizontalen Farb-Erstreckungen verbinden sich untrennbar mit den anschließenden Farb-Horizontalen. Deutlich unterscheiden sich die Farben – in diesen neueren Bildern noch nachdrücklicher als in früheren. Doch bedeutet dieses „Unterscheiden“ nicht zugleich auch ein „Abtrennen“. In dieser ganz konkreten Erfahrung, dass sich etwas unterscheidet und sich dennoch nicht abgrenzt (nicht definiert ist), wird das Sichtbare selbst zum Inhalt. Das Bild zeigt, was es ist: Verschiedenheit als untrennbare Einheit…..Die Bilder von Christiane Laun zeigen nichts anderes als Farben. Aber entspricht die Wahrnehmung, die sich evoziert, nicht auch einer nachdrücklich aktuellen Auffassung von Realität: dass es keine feststehende, abschließbare Wahrheit gibt, sondern nur immer weiter entstehende und aktiv erfahrene, sich verengende und wieder erweiternde und eigentlich unabgrenzbare Wahr-Nehmungen?
Erich Franz – Fluktuation der Aufmerksamkeit