Biographie von Jürgen Paas:
1958 in Krefeld geboren. 1981 – 87 Studium an der Hochschule Essen. 1991 - 92 Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris. 2001 Lehrauftrag für Malerei am Institut für Kunst und ihre Didaktik an der Universität Dortmund. 1995 - 2002 Lehrauftrag für Bildnerische Experimente an der Hochschule Essen. 2002 - 03 Professur für Malerei am Institut für Kunst und ihre Kunsttheorie an der Universität Köln. 1989 Arbeitsstipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks. 1991 - 92 DAAD – Jahresstipendium, Frankreich. 1992 Malerei – Preis der Ursula-Bickle-Stiftung, Kraichtal und Wien. 1996 Stipendium der Studienstiftung des Dt. Volkes für das Studienzentrum Venedig. 1997 TRANSFER – Stipendium des Landes NRW. Jürgen Paas lebt und arbeitet in Essen.
Jürgen Paas´ künstlerische Auseinandersetzung folgt der konkreten und monochromen Malerei. Seine Farbarchive bestehen aus mehreren Metalltafeln, die in ein Gerüst eingestellt werden. Die Oberflächen der einzelnen Tafeln sind in unterschiedlichen Farbtönen monochrom überzogen. Die Aneinanderreihung und Organisation der zahlreichen Flächen wird von Paas als offenes, - allerdings nur von ihm selbst jederzeit änderbares System vorgeführt. Gesteigert wird diese Möglichkeit der Farbkombinationen durch zusätzliche Tafelreihen, die sich im Gestell hinter den ersten verbergen. Dem Betrachter ergibt sich damit eine unendliche Vielzahl an denkbaren, rein gedanklich auszuführenden Farbvariationen. Ein ähnliches Prinzip gilt für Paas´ Buchobjekte „Jeu de carrés“.
Oliver Zybok in Jürgen Paas – Farbarbeiten
Die Werkreihe „Jeu de carrés“ zeigt farbige Quadrate. Die Quadrate sind monochrom auf Skizzenbuchseiten gemalt. Jeder der Rahmen enthält zwei aufgeschlagene Skizzenbücher. Hinter jeder sichtbaren Seite verbergen sich viele andere Farben, die ebenso sorgfältig ausgearbeitet sind. Das im Titel so bezeichnete Spiel der Farben ist in der gewählten Präsentationsform angehalten, potentiell aber immer möglich. Dem Betrachter wird ein Spiel angeboten, doch die vermeintliche Aufforderung zum Mitmachen ist für den Ausstellungsbesucher nicht vorgesehen. Es ist dieses sich überall aufbauende Spannungsverhältnis, das die Beschäftigung mit diesem Werk ebenso ergiebig wie fortdauernd sein lässt.
Edith Decker-Phillips in Jürgen Paas – Farbarbeiten