Falko Behrendt

Biografie

Falko Behrendt:

1951 in Torgelow, Mecklenburg/Vorpommern geboren. 1971 – 1975 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Günter Horlbeck und Prof. Gerhard Kettner. 1977-90 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1978 Preis “Junger Künstler der DDR“, Frankfurt/Oder. 1980/83 Förderpreis des Staatlichen Kunsthandels. 1986 Kunstpreis des FDGB. 1990 Arbeitsstipendium der Hans-Hoch-Stiftung. 1991 Stipendium der Kulturstiftung NRW, Grafikpreis des Mainzer Kunstvereins Eisenturm. 1999 Grafikpreis der Internationalen Senefelder-Stiftung. Lebt und arbeitet in Lübeck.

Die Psychologie kennt dies längst: Zeichne einen Krakel und zeichne einen zweiten Krakel – und ein aufregendes Spiel beginnt. Behrendt nutzt solche fantasievolle Praxis auf feinsinnige, ästhetische Weise. Und er zaubert damit auf seine Papiergevierte Landschaften, Gärten, Oasen, zeigt ein Stück Feld, Weinberg, Hafen, See, fügt als „Naturrelikte Zeichen hinzu für Baum, Busch, Blüte, Haus, Zaun, zählt Gräser und Narben, streut oder ballt sie weiträumig auf die Fläche und kultiviert das dann farbig zu Stimmung für Tag oder Jahreszeit. Doch plötzlich steht da das Schicksalsdatum 9.November oder eine Große Landschaft wird schwarz überrollt. Nein, so beiläufig ist das alles wohl nicht. Oder er verfüllt Köpfe mit Landschaftssegmenten, das Draußen wird zu einem Drinnen; wo ansonsten das Denken und die Seele sitzen, befinden sich filigrane Liniengespinste, – Geflechte und Wirrnisse; oder er experimentiert mit Motiven wie Brücke oder Tal. Jedes Kunstwerk braucht den idealen Betrachter. Wer Sinn hat für Akribie, fragile Kleinheit, spröde Details und delikate Lineaturen, wer noch Sinn hat für Zitterspur und Pulsschlag in schwebendem Liniengeflecht und das alles jenseits von Geometrie, Symmetrie, Perspektive und strenger Komposition, wem es Spaß macht, in zarter Vielfalt zu vagabundieren, der wird in Behrendts raffiniert gedruckten Radierungen, Litho- und Serigrafien mit Genuss unterwegs sein.

Dr. Maren Kratschmer-Kroneck