Frank M. Zeidler

Grün Gelb B/436, 2006, Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 120 cm

 

 

Biografie

Frank Michael Zeidler:

1952 in Leipzig geboren. 1977 – 82 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin, bei den Professoren Marwan, Kuno Gonschior und Martin Engelman, dessen Meisterschüler er war. 1979 Preis der Darmstädter Sezession. 1990 Kunstpreis Berlin und Förderpreis Bildende Kunst der Akademie der Bildenden Künste Berlin. 1991 – 92 Gastprofessor für Malerei an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 2000 Förderpreis der Ilse Augustin Stiftung, Berlin. 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstler. Frank Michael Zeidler lebt und arbeitet in Potsdam.

Die Arbeit von Frank Michael Zeidler bewegt sich zwischen zwei Gegensätzen, der Nichtfarbe Schwarz , und Weiß, welches der Physiker Isaac Newton als die Summe aller möglichen Farben entdeckte, manchmal jedoch begleitet von einer weiteren Farbe: Gelb. Zwei Extreme, jeweils auf die Spitze getrieben. Es gab Zeiten, in denen der Künstler ausschließlich malte, doch heutzutage greift er vermehrt zum Zeichenstift. Die volle Länge und breite des Papiers spinnt Zeidler ein netzwerkfadendünner Linien; Schatten aus Puder und Terpentin, verschmiert durch die Handballen; bedrohlich dichte Flecken und schraffierte Verschattungen, die mit der scharfen Spitze eines Stiftes eingegraben werden. Das Papier ist nicht nur der Träger für das Bild, das passiv die Eingriffe des Künstlers aufnimmt, vielmehr spielt es mit seinen Nuancen und Verfärbungen eine zweite Hauptrolle. Durch die Verwendung eines doppelten Horizontes lässt Zeidler die Arbeiten vielschichtiger werden. Er zerstört die Ordnung der Dinge, das Oben und Unten, und der Betrachter ist ein weiteres Mal seiner Orientierung beraubt. Ein Begreifen des Werks scheint nur durch Betrachten einzelner Bereiche und dem Verfolgen der Linien. Der Betrachter folgt dem Künstler, und entlang des Weges tauchen alle Arten von Assoziationen zwischen Landschaft und Objekt auf.

Franz Jeursen