Art & Antik Messe Münster 26.2.-1.3.2020

 

 

GALERIE BENGELSTRÄTER

 

Stefan Pietryga, PAPPEL ( -blau, wirbel), 2019Linde pigmentiert und weiß gefasstH55 B 26 T 18 cm

 

Stefan Pietryga:
1954 in Ibbenbüren/Westfalen geboren. Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster. 1980 Meisterschüler bei Prof. Ernst Hermanns. 1990 erhält er das Bildhauerstipendium „Werkstattschloss“ der Stadt Wolfsburg und 1991 das Förderstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, sowie 1993 das Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris. Stefan Pietryga lebt und arbeitet in Potsdam.

Stefan Pietryga ist Maler und Bildhauer. Eine Hauptfigur seiner skulpturalen Arbeit ist sicher die Pappel, hauptsächlich in Holz und mit Farbe, blau wie der Himmel, aber auch in Bronze gegossen, grün und schwarz patiniert. Sein Interesse für diese spezielle Art Baum resultiert aus einer intensiven Auseinandersetzung mit romanischen Bauten. Pietryga sucht ein Pendant zu dieser Stilrichtung, die sich durch Wucht und Schwere auszeichnet. Die Pappel mit ihrer markanten aufragenden Form schien ihm besonders geeignet. Bald entwickelte sie sich aus diesem Kontext zu einer eigenständigen Figur. Pietryga arbeitet mit Säge und Beil in groben und kantigen Formen aus dem Holz. Um sie in der Landschaft hervorzuheben bemalt er sie in Ultramarine um Vorstellungen von Himmel, Tiefe, Transzendenz und Immaterialität zu wecken. Ein anderer Teil der künstlerischen Aussage Pietrygas sind seine Aquarelle. In den Großformaten auf Papier gerät die nie monochrome Farbfläche selbst in Bewegung, wird Spiegelbild der Schrittfolgen der tanzenden Menschenmenge, deren Muster wiederum den Ort oder die Farblandschaft definiert, an dem die Bewegungen stattfinden. Wir sehen Figuren, die sich an mehreren, an einer Vielzahl von topographischen punkten gleichzeitig befinden, denn an sich sind die farbigen Schemen ohne Individualität, ohne eigene Identität. Sie sind Variationen einer grundsätzlichen Figur: des Passanten. Der Passant bestimmt durch seine Wege und die Schnelligkeit seiner Bewegung die Konturen eines Ortes.

 

 

 

 

 

Silke Leverkühne, Clarenbach I, 2017 Eitempera/Leinwand, 140 x 220 cm

 

Biografie von Silke Leverkühne:

1953 in Rendsburg geboren. 1971 – 78 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschülerin bei Alfonso Hüppi. 1975 – 76 Studium an der Academica di Belle Arti in Florenz. 1985 – 86 Atelieraufenthalt im Künstlerhaus Bethanien in Berlin. 1987 – 89 Stipendiatin der Günther-Peil-Stiftung des Leopold Hoesch Museums in Düren. 1989 Förderpreis der Stadt Düsseldorf. 1993 – 95 Gastprofessur für Malerei an der Gesamthochschule Kassel. Von 1999 – 02 Lehrauftrag an der Universität Gh Essen. 2002 – 03 Vertretungsprofessur an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2004 hat Silke Leverkühne eine Professur für Malerei an der Universität zu Köln. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Helles glänzendes Licht, das sich im Wasser sammelt, blaue, diesige Himmel, die sich in den Seen spiegeln, ein Grün, ein Blau, Pflanzenformen, Gesträuch, Geäst, das die Wasserflächen überlagert, unterschlingt, vom Wasser reflektiert wird, sich im Wasser bricht: Oben und unten, außen und innen, die Zeit und ihr Fluss durchdringen sich in vielschichtigen, durchlässigen, diaphanen Bildgebilden. Die Welt ist da, und in der Malerei wird aus dem (unscheinbaren) Kontinuum der materiellen Welt ein dort verwurzelter Anblick, in dem sich Sehen und Gesehenwerden verschränken. Silke Leverkühnes Malerei entsteht eine Welt der Sichtbarkeit, die im Spielraum der unendlichen schöpferischen Möglichkeiten das Gegebene als Kern von Evidenz wieder findet, mit neuer Überzeugungskraft, im bestürzenden Wiedererkennen. Der Blick wandert in das Bildgeschehen hinein, bewegt sich im Bild, folgt den Farbstrudeln, den Klängen der Farbbegegnungen, den Spiegelungen, die in schimmernden Farbschleiern aufblitzen und wieder verschwinden, erfährt Brüche, Verdichtungen, Schichtungen, und Lockerungen: eine Entdeckung der subtilen Verflechtung, die das Bild – zwischen opus und actus – entwickeln, eine gleitende Bewegung, die die komplementären Größen, die Form und den Sachinhalt balanciert und immer wieder neu entfaltet.

Dorothée Bauerle-Willert