Hermann Böning

Biografie

Hermann Böning:

1959 in Hilkerode (Kreis Göttingen) geboren. 1980-1981 Studium an der Hochschule für bildende Künste, Gesamthochschule Kassel. 1981-1986 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Abt. Münster. 1984 Meisterschüler bei Prof. Tadeusz, Preis der Förderergesellschaft, Münster. Seit 1993 hat Hermann Böning eine Professur an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abt. Paderborn. Hermann Böning lebt und arbeitet in Köln.

Hermann Bönings Skulpturen sind auf das Wesentliche menschlicher Körperformen abstrahiert. Nachahmende Details sind ihm unwichtig. Wenn gleich auf den ersten Blick grob und eckig gehauen wirkend, so erschließen sich die Feinheiten seiner Holzfiguren bei näherer Betrachtung über ihre kubisch-prismatische Oberflächenstruktur, die beim Form gebenden Wegschlagen des Holzes entstand. Vergleichbar dem malerischen Pointillismus, setzt sich die Oberfläche der Figuren aus unzähligen kubischen Flächen und scharfkantigen Brüchen zusammen, die im Spiel von Lichtreflexion und Schatten nicht nur eine haptische und optisch bewegte Struktur hervorrufen, sondern auch die plastische Formung kubisch und splittrig dabei aber expressiv ablesbar werden lassen. In den Skulpturen, die der Bildhauer im Zustand ihrer Naturfarbe beließ oder nur leicht farbig lavierte, zeigt sich diese expressive Bearbeitungsstruktur, wie sie nur das impulsiv zu bearbeitende Holz zulässt, am eindruckvollsten.

Dr. Gerhard Kolberg, Museum Ludwig, Köln